Montag, 24. Juli 2017

Das Leben ist ein Fluss...


...und alles ändert sich.

Heute wird es ein wenig philosophisch... und ganz privat.


Vor 33 Jahren habe ich mit meiner damals noch kleinen eigenen Familie
den Ort verlassen, in dem ich aufgewachsen bin.

Natürlich nabelt man sich früher oder später ab. 
Manchmal braucht es aber auch die Entfernung von zu Hause,
um seinen eigenen Weg zu finden und ihn dann auch zu gehen.
Und so landeten wir ca. 500 km weiter Richtung Norden.
Ich habe es nie bereut, dass ich fort gegangen bin,
denn ich bin hier in Schleswig-Holstein an der Ostsee sehr glücklich.
Und meine Familie - die inzwischen recht groß geworden ist - auch.
Wir waren ziemlich schnell "angekommen". 

Das hier ist unser *GlücksZuhause*.

Jahrelang war auch alles immer gut so, wie es war.
Unsere Eltern haben uns hier oben im Norden besucht 
und wir waren so oft es ging, bei ihnen.
Anfangs verbrachten wir all unsere Urlaube bei den Großeltern unserer Kinder.
Das war für alle immer richtig schön.
Aber nun holt uns das Leben ein.

Es ist der Zeitpunkt gekommen, 
wo sich meine Eltern von ihrem Haus trennen müssen.
Es ist das Haus, in dem bereits meine Großeltern lebten,
meine Schwestern und ich unsere Kindheit und Jugend verbracht haben,
an dem ganz viele Erinnerungen hängen.


Das Leben ist ein Fluss

Es ist der Lauf der Welt und es ist so elementar wie die Schwerkraft.
Wenn wir krampfhaft darauf bestehen, dass etwas so bleibt, wie es ist,
dann wird es sich trotzdem verändern.
Wenn wir versuchen, daran festzuhalten, "wie es war",
dann wird uns das nur Leid und Enttäuschung einbringen,
denn das Leben ist ein Fluss, und alles ändert sich.
-Jack Kornfield- 


Seit Wochen und Monaten arbeitet es in unseren Köpfen, 
um für beide Elternteile das Beste möglich zu machen.
Eigentlich finden diese Gespräche bereits seit vielen Jahren statt,
das Loslassen fällt aber eben schwer.

Vielleicht kennt das der ein oder andere von euch.
Gespräche über Gespräche, Ideen, Vorschläge, Pläne...
Und plötzlich kommt die große Panik und alles wird erstmal wieder ad acta gelegt.
Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir Nägel mit Köpfen machen müssen.

Habt ihr schon mal eine BesichtigungsTour durch Senioren-Wohnheime gemacht?
Ich hatte letztlich richtig schlimme Bauchschmerzen, 
so sehr belastet mich die Situation dort in so mancher Einrichtung. 

Sicher gibt es auch Ausnahmen - wahrscheinlich dort, wo ausreichend Personal ist, 
möglichst in einem kleinen Haus mit weniger Bewohnern, 
dort, wo es familiär zugeht.

Tja, und so sind wir nun unterwegs auf der Suche - 
vielleicht ja auch bereits fündig geworden.
Wir werden sehen.

Am Ende wird alles gut, heißt es.
Und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.
Aber wir möchten jetzt doch so langsam einen Punkt setzen können,
denn dieses Warten auf die gute Endlösung kostet die Eltern so viel Kraft.
Uns auch.

***

Ich kann nur jedem empfehlen, sich früh genug Gedanken zu machen,
wie und wo man seinen Lebensabend verbringen will.
Setzt euch mit verschiedenen Wohnformen auseinander
und schaut sie euch an.
Jetzt - und nicht erst, wenn es pressiert.
Denn dann hat man leider nicht mehr die Wahl, wie und wo es weiter gehen soll.

***

Falls also zufällig jemand jemanden kennt, der in der
 *Weißen Stadt im Grünen*
Bad Karlshafen an der Weser
ein Haus in der barocken Altstadt sucht... wir hätten eines zu verkaufen.
Ein Reihenhaus von 1798 mit zwei Wohnungen 
(aus der man sicher auch eine große machen könnte),
überdachter Terrasse und zwei Balkonen, 
(von denen aus man einen schönen Blick auf die Stephanus-Kirche,
 den Reinhardwald, das Hugenottenmuseum und weitere 
historische Gebäude des Stadtkerns hat)
3 Gewölbekeller-Räumen, einer Waschküche und kleinem Innenhof.
Insgesamt ca. 170 qm Wohnfläche + 70 qm Spitzboden und Abstellräume.


Vielleicht interessant für jemanden, der ein Boot hat,
denn dort entsteht in naher Zukunft eine Marina
mitten im alten Hafenbecken im Zentrum der Stadt,
wo sich im Moment noch ein wunderschönes Biotop befindet,
dass zur Zeit Bienen, Hummeln und Schmetterlinge erfreut.





***

Karlshafen wurde 1699 von Landgraf Carl zu Hessen noch unter dem Namen
Sieburg für protestantische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die Hugenotten, gegründet.
1717 wurde die Stadt zu Ehren Landgraf Carls zu Hessen in Carlshaven umbenannt,
was 1935 in Karlshafen abgeändert wurde.
Seit 1955 ist Karlshafen Soleheilbad und heißt seit 1977 Bad Karlshafen.

Mehr über die wirklich interessante Geschichte der kleinen Stadt 
könnt ihr u.a. bei Wikipedia nachlesen.
Auch wenn hier der Fluss des Lebens seit einigen Jahren langsamer fließt,
so ist man doch bemüht, das Leben in der Kurstadt wieder aufblühen zu lassen.




Die Stadt liegt im Dreiländereck Hessen / Niedersachsen / NRW
am Weser-Radweg, umgeben von Solling und Reinhardswald.
Auch gibt es eine sehr beliebte Therme im Ort.
Die Camper unter euch waren vielleicht schon mal dort.


Quelle: weser-radweg.de 

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand für mein Elternhaus interessiert
und auch hier das Leben weiter geht,
vielleicht sogar eine Familie - wie früher - wieder Kinderlachen ins Haus bringt.

Wie gewohnt, bin ich unter meiner Email-Adresse erreichbar,
so dass ich gerne weitere Informationen geben kann.

Dieser Post ist mir jetzt nicht, wie gewohnt, leicht gefallen.
Drei Tage habe ich den Text immer und immer wieder durchgelesen
und abgeändert. Ihn dann frei zu schalten, hat noch mal drei Tage gedauert...
Aber das Leben muss weiter gehen. Alles wird gut!

Bis bald!

Karin / Henrijette Farbenfroh

Kommentare:

  1. Liebe Karin, ich wünsche deinen Eltern alles Liebe und einen schönen Platz wo sie noch ein paar schöne Jahre verbringen können. Dem Haus deiner Eltern wünsche ich eine fröhliche Familie, die es wieder mit Leben füllt. Und euch "Kindern" wünsche ich, dass ihr mit der letztendlich gefundenen Lösung wieder ohne Bauchschmerzen durchs Leben gehen könnt. Ich finde es großartig wie ihr euch darum kümmert, dass eure Eltern gut unter kommen.
    Alles Liebe für euch.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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    1. Liebe Sabine! Danke für deine lieben Zeilen. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Aber es ist wahnsinnig viel zu organisieren und zu regeln. Man glaubt ja gar nicht, was unser Deutschland für bürokratische Hürden bereit hält...! Darum muss das Haus auch verkauft werden. Ich habe fast täglich Kopfschmerzen, schlafe schlecht, telefoniere und schreibe viel. Meiner kleinen Schwester geht es nicht anders. Wir zwei haben die Organisation in die Hand genommen, weil wir relativ dicht zusammen wohnen und uns zum Brainstorming leichter treffen können. Wir funktionieren sehr gut zusammen. Schauen wir mal, wie es weiter geht. Ich werde berichten.
      Ganz liebe Grüße zurück! Karin

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  2. Liebe Karin, das hast du sehr schön geschrieben. Ja das Leben verändert sich stetig. Ähnliches ging mir auch durch den Kopf damals mit Papa. Wir haben dann eine schöne Lösung gefunden, mit der wir alle leben konnten. Ich wünsche euch das ihr einen schönen Platz für die Eltern in deiner Nähe findet und sie noch einige Jahre zusammen leben können. Es kommt viel Arbeit auf euch zu. Ich wünsche euch einen lieben Käufer für das Elternhaus. Wenn alles geschafft ist werdet ihr sehen das alles gut wird.
    Liebe Grüße
    Hannelore

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    1. Danke, liebe Hannelore! Dein Wort in Gottes Ohr - oder wie sagt man?! Noch sind wir mitten drin in der Orientierungsphase. Einen Käufer zu finden, wird eine der ersten großen Hürden, die genommen werden müssen. Wenn das geschafft ist, geht es weiter. Nebenher lernen wir gerade, was es heißt, verschiedene Dinge zu beantragen. Wo ist der nächste Knüppel, den man uns zwischen die Beine wirft? Es ist eine unendliche Geschichte. Man könnte fast glauben, es braucht ein Studium, um sich durch den Paragraphen-Dschungel zu wurschteln. Leider wird es uns im eigenen Land ziemlich schwer gemacht, finanzielle Unterstützung zu bekommen... Das geht bei der Beantragung des Pflegegrades schon los. Traurig. Dabei sind die Eltern bereits 90 und 86...
      Liebe Grüße! Karin

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